Bild4Hausputz war angesagt in der Tierauffangstation Agneshaus in Unterschleißheim und drumherum: rechtzeitig vor dem Winter befreiten rund 15 fleißige Helfer das Gelände beim Tierschutzverein Schleißheim von Müll und ausgedienten Dingen. Insgesamt kamen zwei Anhänger voll Unrat zusammen und dazu gehörte auch manch mittlerweile unbrauchbares Inventar, wie etwa kaputte Käfige, Gehege, Katzenklos oder Transportboxen.

Tatkraft war aber auch bei anderen Arbeiten gefragt: Während das Rasenmähen wegen der feuchten Witterung verschoben werden musste, wurde das Dach am Bauwagen winterdicht gemacht, damit dort weiterhin freilebende Katzen gefüttert werden können und einen Winter-Unterschlupf finden. Zur Belohnung gab’s für die Helfer eine Brotzeit.

Rund 220 Mitglieder zählt der vor 20 Jahren gegründete Tierschutzverein Schleißheim derzeit und er hat alle Hände voll zu tun, denn mit 10 bis 12 Tieren ist die Auffangstation derzeit voll. Allerdings sind es nicht nur Fundtiere, die dort umsorgt werden und auf ein sonders bedauernswerten Vierbeiner im Agneshaus: Die etwa sechsjährige, spitzähnliche Hündin Vicky eines Mitglieds musste notoperiert und gesund gepflegt werden. „Bei der Schleppjagd-Gala in Oberschleißheim sind sieben Beagles über sie hergefallen und haben sie mit Bissen so schwer verletzt, dass sie notoperiert werden musste. Jetzt wedelt Vicky aber wieder mit dem Schwanz“, freut sich Peter Preiss, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schleißheim. Besonders tragisch: Vicky stammt aus Ungarn und landete als Notfall in Deutschland. Erst seit wenigen Wochen hatte sie ein Zuhause gefunden und dieses Happy End wurde nun von der Beißattacke mehr als nur überschattet. Peter Preiss kann sich den Beißüberfall nur so erklären: „Wahrscheinlich haben die Jagdhunde sie mit einem Fuchs verwechselt.“

bauwagenDoch nicht nur dieser Notfall beschäftigte den Tierschutzverein Schleißheim. Bei einer Kastrationsaktion im Unterschleißheimer Gewerbegebiet an der Robert-Bosch-Straße wurden zehn freilebende Katzen kastriert; vier weitere Tiere sollen noch folgen. Sieben kastrierte Streuner waren noch nicht so sehr verwildert und konnten vermittelt werden. Die restlichen drei werden vermutlich der einzigen freilebenden Katze beim Agneshaus Gesellschaft leisten und mit ihr den Bauwagen nutzen.

Peter Preiss wünscht sich „eine Satzung in Unter- und Oberschleißheim, die vorschreibt, dass freilebende Katzen gechipt und kastriert sein müssen. Ich will die Stadt darum bitten, eine solche Satzung zu erlassen.“ Ziel ist es, die Vermehrung wild lebender Katzen einzudämmen.

Quelle: Münchener Merkur vom 20.09.12 (MF)

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